Dr. Paul Sörensen

Paul Sörensen arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Arbeitsbereich für Politische Theorie und Ideengeschichte der Universität Augsburg. Nach einem Studium der Politikwissenschaft und Sozialgeographie wurde er 2015 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit einer Arbeit zum Begriff der Entfremdung promoviert. Von 2009 bis 2012 war er Promotionsstipendiat des Forschungszentrums Laboratorium Aufklärung in Jena, 2011 als Visiting researcher am University College Dublin zu Gast. Seine Habilitationsschrift ist dem Thema ‚Präfiguration. Zur Politizität einer politischen Praxis‘ gewidmet. Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der politischen Theorie und Ideengeschichte (Neuzeit bis Gegenwart) und der Bewegungsforschung.

Ein Bild von Dr. Paul Sörensen.

Eigenes Forschungsprojekt

Gemeineigentum verpflichtet!? Potenziale und Grenzen demokratischen Eigentums

Mein in diesem Rahmen zunächst geplantes Teilprojekt widmet sich aus einem genuin demokratietheoretischen und theoriegeschichtlichen Erkenntnisinteresse Auseinandersetzungen um Fragen der Eigentumsordnung in der einzigartigen Verdichtungskonstellation des Diskursraums Weimar. Damit ist ein in diskursiver wie institutioneller Hinsicht umkämpftes Terrain gesellschaftlicher Auseinandersetzungen umrissen, auf dem im Kontext eines sozialen Umbruchsgeschehens sondergleichen die Grundlagen einer künftigen Ordnung verhandelt wurden und eine Vielfalt politischer Ordnungsvorstellungen aufeinandertrafen. Insbesondere die Sozialisierungsdebatten in Deutschland und Österreich nach dem Ersten Weltkrieg als Kristallisationspunkte fokussierend sollen Formen, Inhalte und Grenzen eines demokratischen Denkens des Eigentums herauspräpariert werden, das von einer eigentumsvergessenen Politikwissenschaft bisher nahezu unberücksichtigt blieb. Das Projekt beabsichtigt sowohl zur Weimar-Forschung wie auch in systematisch-theoretischer Hinsicht zur gesellschaftlichen Selbstverständigung angesichts von Konflikten beizutragen, die zunehmend (wieder) unter dem Vorzeichen eines Streits um Eigentumsordnungen geführt werden.    

Veröffentlichungen

  • Kritische Theorie der Politik, Suhrkamp, Berlin 2019 (zus. mit Ulf Bohmann).
  • Entfremdung als Schlüsselbegriff einer kritischen Theorie der Politik. Eine Systematisierung im Ausgang von Karl Marx, Hannah Arendt und Cornelius Castoriadis; Nomos, Baden-Baden 2016 (Reihe Zeitgenössische Diskurse des Politischen, Bd. 10).
  • „The experiment is gescheitert…!? Topischer Utopismus als atopische politische Bildung”, erscheint in: Werner Friedrichs (Hg.): Atopien im Politischen. Politische Bildung nach dem Ende der Zukunft, Bielefeld 2021.
  • „Privileging Arguments and the Problem of Ideology. Some ‘Activist Challenges‘”, in: Philosophy & Social Criticism Vol. 47/1, 2020, S. 26-30.
  • „Die unmöglichen Subjekte des Postfundamentalismus. Pädagogik als Herausforderung des radikaldemokratischen politischen Denkens.“, in: Politische Vierteljahresschrift Vol. 61/1, 2020, S. 15-38.
  • „Widerstand findet Stadt. Präfigurative Praxis als transnationale Politik ‚rebellischer Städte‘“, in: Zeitschrift für Politische Theorie Jg. 10/1, 2019, S. 29-48.