Silke van Dyk, Tilman Reitz und Hartmut Rosa
Alternativen zum Privateigentum
Eigentum ist kein einheitliches Konzept, sondern umfasst eine Vielzahl von Formen und Strukturen, die jeweils prägen, wie wir leben, wirtschaften und uns aufeinander beziehen – und wer dabei Zugang zu Ressourcen, Räumen und Entscheidungsmacht hat. Kennzeichnend für kapitalistische Gesellschaften ist dabei eine Dominanz des Privateigentums. Es ist daher kein Zufall, dass insbesondere Alternativen zum Privateigentum im Zentrum utopischer Entwürfe und politischer Debatten stehen, sei es im Rahmen post-kapitalistischer Gesellschaftsvisionen oder als Reformansätze innerhalb bestehender Strukturen. Solche Alternativen sind dabei keineswegs nur theoretischer Natur. Sie begegnen uns im politischen und aktivistischen Alltag, beispielsweise in aktuellen Kämpfen für die Vergesellschaftung von Wohnraum und Energieversorgung.
In diesem Dossier versammeln wir Beiträge aus dem SFB, die sich aus verschiedenen Perspektiven mit diesen Alternativen auseinandersetzen. Dabei geht es nicht nur darum, das kapitalistische Privateigentum in seinen Mechanismen und Widersprüchen besser zu verstehen. Viele Beiträge stellen darüber hinaus konkrete Gegenmodelle vor und erforschen sowohl ihr Potenzial als auch ihr Scheitern: von Commons und kommunaler Infrastruktur über Vergesellschaftung und Genossenschaften bis hin zu sozialistischen oder nicht-westlichen Eigentumskonzeptionen.