Zu Gast beim bekannten Talk-Format jung&naiv spricht Tilo Wesche nicht nur über interessante Stationen in seinem Leben, sondern vor allem auch über Eigentum und Kolonialismus, aktuelle Problematiken von Privateigentum und die Rechte der Natur. Seine Idee: Die Natur sollte Eigentumsrechte an sich selbst erhalten.
Neues Dossier: Eigentum, Medien und Öffentlichkeit
Das neu erschienene Dossier "Eigentum, Medien und Öffentlichkeit" widmet sich dem Strukturwandel von Eigentum und Öffentlichkeit. Unbestreitbar hat der Wandel von Eigentumsverhältnissen massive Folgen für die gesellschaftliche Öffentlichkeit und damit für das Gelingen von Demokratie. Dennoch kann der (kritischen) Öffentlichkeitstheorie eine weitgehende Eigentumsvergessenheit attestiert werden. Mit den dort versammelten Texten, setzt das neue Dossier dieser Eigentumsvergessenheit etwas entgegen.
In der Schriftenreihe "Strukturwandel des Eigentums" ist soeben ein neuer Band erschienen: Herausgegeben von Roman Birke, zeigen die Beiträge in "Eigentumspolitik vom Kaiserreich bis zur Weimarer Republik" auf, wie historische Akteurinnen und Akteure ihre jeweiligen politischen Agenden voranbrachten, indem sie auf Eigentum gestützte Argumente ins Feld führten.
Im soeben erschienenen Blogbeitrag "Im Dickicht der Skripte: Horizontale und vertikale Strukturen des Eigentums" will Veit Braun (Universität Ausgburg) die komplizierten Eigentumsformen und -regime im Fall des Eigentums an Pflanzen klären. In der komplizierten Verflechtung von ganz unterschiedlichen Eigentumsrechten wird klar: "Offenbar ist Eigentum nicht nur die naheliegende, sondern auch die einzig denkbare Antwort auf alle möglichen Probleme; selbst solche, die es selbst hervorruft."
Im neu erschienen Dossier "Chinas Eigentumsordnung im Umbruch: Tradition, Transformation und die Neuordnung globaler Machtverhältnisse" sind Beiträge aus dem SFB versammelt, die zeigen, wie Eigentum in China unter den Bedingungen tiefgreifender gesellschaftlicher Transformationen, globaler Machtverschiebungen und ökologischer Krisen neu organisiert wird. Dabei nähert sich das Dossier dem Thema aus drei Perspektiven: Eigentum als soziale Praxis, Transformation der Eigentumsordnung und die geopolitische Reorganisation von Eigentum.
In einem Beitrag für die tschechische Zeitschrift kapitál schreibt Petra Gümplová über das Konzept von "Blood Oil": Länder, die über viele fossile Rohstoffe verfügen, sind oft autokratisch regiert. So sind die lokalen Bevölkerungen vom Reichtum, der aus diesen Ressourcen entsteht, ausgeschlossen. Stattdessen werden mit ihm, wie das Beispiel Russland zeigt, Kriege im Ausland und autoritäre Gewalt im Inland finanziert.
Anlässlich der Veröffentlichung der "Karte der Millionäre", die es ermöglicht zu sehen, wo Millionäre um 1900 lebten und wo sich Vermögen konzentrierte, findet am 22. Juni eine Podiumsdikussion statt, bei der auch Gastgeberin Isabell Stamm ein Grußwort halten wird. Die digitale Karte wird am 22. Juni um 18 Uhr freigeschalten.
Im Rahmen der Monday Lectures des Max-Weber-Kollegs in Erfurt hält Sofia Bianchi Mancini am 08. Juni 2026 um 16:15 Uhr einen Vortrag zum Thema "Questioning Divine Property and its Limits". Am 15. und 29. Juni folgen insgesamt drei weitere Vorträge von ihr, die unter dem Thema "Property, Appropriation, and the Economy of Religion" zusammengefasst sind.
"Crisis and Transformation"
Am 04. Juni 2026 ist Silke van Dyk bei der Tagung "Crisis and Transformation" in Berlin zu Gast. Seit der Finanzkrise von 2007/2008 reißt die Kette der global wahrgenommenen Krisen nicht ab. Entsprechend ist allerorten und in den verschiedensten Registern von Krisen, Mehrfachkrisen und drohenden Katastrophen die Rede. Auch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Krise als Begriff und Phänomen hat neuen Aufwind erfahren. Trotz dieses Revivals ist der Krisenbegriff bis heute analytisch unscharf. Zusammen mit anderen Gästen spricht Silke van Dyk um 14 Uhr zum Thema "Crisis and Society".
Im neu erschienen Working Paper "Sharing as Having" präsentiert Carsten Hermann-Pillath die Integration von zwei im SFB entstandenen theoretischen Rahmen: Weltbeziehungen und HAVINGS. HAVINGS und Weltbeziehungen beeinflussen sich gegenseitig und führen so zu einer Vielzahl von Sharingformen.
"Erben"- eine Podcastfolge der bpb mit Silke van Dyk
Manche erben nichts und andere ganze Unternehmen. Erbschaften sind in Deutschland ungleich verteilt - genauso wie Vermögen. Ob eine höhere Erbschaftsteuer zu mehr gesellschaftlicher Gleichheit führt, darüber sprechen Silke van Dyk und Reiner Eichenberger. Anatol Dutta erklärt, auf welchen grundlegenden Überzeugungen das Erbrecht fußt. Moderiert von Sarah Zerback.
Der Podcast des SFB appropriate startet in die zweite Staffel. Die erste Folge trägt den Titel SFB Strukturwandel des Eigentums – Rückblick und Ausblick mit Prof. Silke van Dyk. Die Hosts sprechen mit Silke van Dyk über die Bedeutung von Eigentum, die Entstehung des SFB und seine bisherigen Forschungsergebnisse.
"Der neue Munizipalismus in Barcelona - Ein Leuchtturm für progressive Stadtpolitik?"
Silke van Dyk und Markus Kip stellen am 12.05., 19-21 Uhr, zentrale Ergebnisse ihrer Forschung aus der ersten Förderphase vor. Im Zentrum ihres Beitrags steht die Frage, ob es dem Bewegungsbündnis Barcelona en Comú gelungen ist, in den acht Jahren ihrer Regierungszeit (2015-2023) die städtischen Infrastrukturen und die lokale Daseinsvorsorge substanziell zu demokratisieren und damit den Einfluss privatwirtschaftlicher Interessen zugunsten einer öffentlichen Politik des Gemeinsamen zurückzudrängen.
In ihrem neuen Working Paper "Nach dem (Privat-) Eigentum? Alternative Formen des Eigentums und Alternativen zum Eigentum" diskutieren Stefanie Graefe, Mike Laufenberg, Susanne Lettow, Sebastian Sevignani und Marco Sonnberger welche Rolle Eigentum (insbesondere Privateigentum) in kapitalistischen Gesellschaften spielt, welche Probleme damit verbunden sind und wo und wie sich Alternativen erkennen, denken und diskutieren lassen.
In diesem Dossier sind Beiträge aus dem SFB versammelt, die sich aus verschiedenen Perspektiven mit Alternativen zum Privateigentum auseinandersetzen. Dabei geht es nicht nur darum, das kapitalistische Privateigentum in seinen Mechanismen und Widersprüchen besser zu verstehen. Viele Beiträge stellen darüber hinaus konkrete Gegenmodelle vor und erforschen sowohl ihr Potenzial als auch ihr Scheitern: von Commons und kommunaler Infrastruktur über Vergesellschaftung und Genossenschaften bis hin zu sozialistischen oder nicht-westlichen Eigentumskonzeptionen.
Im neuen Blogbeitrag "She thinks green" wirft Yuxuan Ren einen Blick auf die Rolle von Frauen in der Praxis eines nachhaltigen Alltags in China. In Shenzhen ist besonders das Nutzen von Dachterrassen, die zugleich öffentliches und privates Eigentum sind, ein Ausgangspunkt für grüne Alltagspraktiken. Durch das gemeinsame Planen und Pflegen konnten diese Dachterrassen in Dachgärten umgewandelt werden, die so sowohl einen ökologischen als auch einen sozialen Nutzen erfüllen.
In seinem Blogpost "Making sense of land values" wirft Alexander Dobeson einen Blick auf Land als Eigentumsobjekt. Ausgehend von der Situation in Kopenhagen, wo er wohnt und arbeitet, geht er der Frage nach, wie der Wert von Land entsteht.
"Vergesellschaftung. Demokratisierung der Wirtschaft?"
Unter Beteiligung der SFB-Mitglieder Tilo Wesche und Niklas Angebauer findet vom 15.-17.05. in Tutzing ein Workshop zu Vergesellschaftung statt. Vom Wohnraum über Boden und Energie bis hin zum Gesundheitswesen und digitalen Plattformen: Könnte Vergesellschaftung eine gerechte, demokratische und nachhaltige Wiederaneignung unserer Lebensbedingungen ermöglichen? Welche konkreten Formen sind denkbar, welche dekolonialen Perspektiven müssen mitgedacht werden, und was muss dabei kritisch diskutiert werden? Wie kann eine demokratische Eigentumspolitik für das 21. Jahrhundert aussehen?
Stefan Schmalz über die Betriebsratswahlen bei Tesla
In einem Spiegel-Artikel zum Wahlkampf für die Betriebsratswahlen bei Tesla kommt Stefan Schmalz zu Wort, der seit letztem Jahr die Arbeitsbeziehungen im Tesla-Werk erforscht. Er beklagt die ungleichen Chancen bei den Wahlen und kritisiert die aktuelle
Funktionsweise des Betriebsrates, der vor allem im Sinne des Managements agiere.
Die von Dirk Schuck ausgesuchte Quelle beschreibt das Konsumverhalten schottischer Dienstmädchen im 18. Jahrhundert. Der Konsum kleiner Besitzobjekte, wie Halsbänder, hatte überraschende Folgen für das Selbst- und Weltverhältnis der Frauen.
Yann Schosser und Sebastian Bandelin haben einen neuen Band in der Reihe "Strukturwandel des Eigentums" veröffentlicht. In "Kants Kritik des Eigentums. Aktualität und Perspektiven im Anschluss an den ethischen Sozialismus" setzen sie sich mit Kants Eigentumsbegriff auseinander und greifen heute kaum bekannte sozialistische Kant-Interpretationen auf.
Zu Gast im Radio F.R.E.I. spricht Carsten Hermann-Pillath über das Maschinenfragment von Marx, Künstliche Intellgienz und die Idee von geistigem Eigentum. Stellt KI eine Zumutung für den Kapitalismus dar und kann die Marktwirtschaft ganz ohne Ausbeutung funktionieren?
In ihrem Blogebeitrag "Abfallströme" reflektiert Asfia Jamal auf eindrückliche Art und Weise über Abfall. Abfall wird nicht als Abfall produziert und doch entsteht er überall. Was also Abfall ist und was nicht, ist relational und "so gesehen ist auch Abfall Eigentum".
Neuer Newsletter des SFB
Ab sofort haben wir einen Newsletter, der sich an alle richtet, die über die Arbeit des SFB auf dem Laufenden bleiben wollen. Regelmäßig berichten wir dort über aktuelle Neuigkeiten, anstehende und vergangene Veranstaltungen, sowie unsere Publikationen.
Die erste Ausgabe lesen Sie hier. Außerdem können Sie sich für den Newsletter anmelden, um die künftigen zweisprachigen Ausgaben auf deutsch und englisch per E-Mail zu erhalten.
"Eine sozialökologische Transformation ist nur möglich, wenn wir das Eigentum in den Blick nehmen"
Hartmut Rosa spricht im Interview mit der Freitag über die Relevanz von Eigentum im Zusammenhang mit der ökologischen Transformation.
Ein neuer Sammelband der Schriftenreihe "Strukturwandel des Eigentums" zu Nomad Properties ist erschienen, herausgegeben von Anna Möllers, Dirk Schuck und Bernhard Kleeberg. Während der Diskurs über Nomadentum im 18. und 19. Jahrhundert mit kolonialen Kontexten und Vorstellungen von sogenannten „primitiven“ Gesellschaften verflochten war, wurde er im 20. Jahrhundert mit dem aufkommenden „modernen Nomadentum“ facettenreicher. Der Sammelband untersucht den Zusammenhang zwischen nomadischen Strukturen und Eigentum und lässt die unterschiedlichsten Stimmen zu Wort kommen, auch aus der wenig bekannten fahrenden Minderheit der Jenischen.
Neuer Blogpost online!
In ihrem neuen Blogbeitrag argumentiert Lydia von der Weth am Beispiel des islamischen Rechtsdenkens, dass eine ernsthafte Auseinandersetzung mit alternativen Eigentumstraditionen uns dabei helfen kann, einige der drängendsten Herausforderungen zu bewältigen, denen heutige Eigentumsordnungen gegenüberstehen.
In Diskussionen zu Umwelt-, Klima- oder Energiegerechtigkeit werden vor allem nachgelagerte Effekte wie soziale Ungleichheit thematisiert, nicht aber die Verfasstheit von Eigentum selbst und dessen Prägekraft für soziale Verhältnisse. Ebenso selten werden in umgekehrter Richtung die Auswirkungen sozial-ökologischer Transformationsprozesse auf Eigentumsverhältnisse dezidiert erforscht oder beschrieben – obwohl auch hier weitreichende Veränderungen und Konflikte zu erwarten sind. Unser neues Working Paper 11 „Eigentum und sozial-ökologische Transformation. Einige konzeptionelle Überlegungen zu einem vernachlässigten Zusammenhang“ greift dieses Spannungsverhältnis auf.
Klimaschutz muss sozialverträglich sein
Silke van Dyk und Hartmut Rosa erläutern in einem Interview mit der Ostthüringer Zeitung, inwiefern Eigentumsfragen über den Erfolg von Umweltmaßnahmen entscheiden. Zu Fragen von Eigentum und ökologischer Krise findet am Donnerstag, den 15. Januar im Volksbad Jena ab 18 Uhr die Veranstaltung Wem gehört die Zukunft statt.
In ihrer „activity-based theory of rent“ versuchen die Autor*innen Marlen van den Ecker, Tilman Reitz und Sebastian Sevignani einerseits, bestehende theoretische Ansätze der Rentenökonomie im digitalen Kapitalismus zu systematisieren. Andererseits behaupten die Autor*innen, dass jene Konzepte verschiedene Formen menschlicher Aktivitäten außer Acht lassen, die der Rentenextraktion allerdings zugrunde liegen: unbezahlte bzw. nicht beim Rentier beschäftigte Aktivitäten wie Softwareentwicklung, akademische Forschung und Produser-Aktivitäten.
Der neue Band "Eigentumskonflikte. Konzeptionelle und Empirische Perspektiven" unserer Schriftenreihe "Strukturwandel des Eigentums" ist erschienen. Kathrin Leuze, Joachim von Puttkamer, Marion Reiser und Sylka Scholz versammeln in ihm Texte, die einen Blick auf die unterschiedlichen Konflikte unserer kapitalistischen Gegenwartsgesellschaft werfen. Dabei stellt sich die Frage, ob diese Konflikte das Potenzial haben, gesellschaftliche Eigentumsordnungen grundlegend zu transformieren.
Neu: Dossier Sozial-ökologische Transformation und Eigentum
Dieses Dossier befasst sich mit unserem aktuellen "Thema des Semesters": Eigentum und sozial-ökologische Transformation. In diesem ersten Dossier finden sich neben vielen anderen Beiträgen ein Interview mit Tilo Wesche zu seinem Buch „Die Rechte der Natur. Vom nachhaltigen Eigentum“ aus der Video-Reihe „DFG bewegt“, außerdem ein Blogbeitrag von Helen Bönnighausen, Luzie Gerstenhöfer, Maria Pfeiffer, Marco Sonnberger und Anne Tittor zu „Energiewende für alle? Zum komplexen Zusammenhang von Energiewende, Mitbestimmung und Eigentumsverhältnissen“, der ein Ergebnis eines SFB-Workshops zum Thema ist.
Ab sofort findet sich unsere Neue Bibliothek des Eigentums auch auf unserer Webseite. Eine umfangreiche Datenbank orientiert über relevante Publikationen zum Thema Eigentum, die Quellen des Quartals geben einen Einblick in unsere Forschungsprojekte und unsere thematischen Dossiers präsentieren unterschiedlichste Quelle zu aktuellen gesellschaftlichen Debatten.
Stellenausschreibung als studentische Hilfskraft im SFB
Sofia Bianchi Mancini und Maria Dell'Isola haben ein Themenheft der Zeitschrift "Civilità e Religioni " veröffentlicht. Die darin versammelten Beiträge zum Thema Eigentum und Religion setzen sich mit dem Konzept des "göttlichen Eigentums" ("divine property") vom ersten bis zum neunten Jahrhundert nach Christus auseinander. Sie zeigen so, dass Eigentum im religiösen Kontext immer auch dazu dient, Vorstellungen von Gott, Gemeinschaft und Macht auszudrücken.
Wozu ein allgemeines Grunderbe? Dieser Frage geht Coco Lina Aglibut im neu erschienen Blogbeitrag nach. Dabei geht sie einerseits auf die Ideengeschichte des allgemeinen Grunderbes ein, andererseits stellt sie die verschiedenen Positionen vor, die sich alle positiv auf das Konzept beziehen und stellt die Frage nach seinem transformativen Potenzial.
Im soeben erschienen Blogbeitrag "Anfänge der Bettelorden und Besitz" beschreibt Jana Ilnicka die parallele Entwicklung der ersten Bettelorden. Sie unterschieden sich hauptsächlich in ihren verschiedenen Auffassungen von Armut bzw. Besitzlosigkeit.
Am 10. Dezember finden gleich drei Veranstaltungen des SFB statt: Um 14 Uhr führen Niklas Angebauer und Tilo Wesche in Theorien des Eigentums ein, um 16 Uhr (s.t.) präsentieren die soziologischen Teilprojekte des SFB ihre Forschungsergebnisse und um 18 Uhr stellen Niklas Angebauer und Tilo Wesche im Rahmen des Social Theory Colloquium ihr bei Suhrkamp erschienenes Buch „Umkämpftes Eigentum“ vor.
Am 22. Januar 2026 diskutieren Eva von Redecker und Penelope Deutscher zum Thema „Reproduction, Life and Property“ am Institut für Philosophie der Freien Universität Berlin. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe "Standpunkte. Feministische Philosoph:innen im Gespräch" und findet in Kooperation mit dem SFB-Projekt „Dynamiken der Reproduktionsökonomie. Formen der Aneignung in globalen Fertilitätsketten“ statt.